Stellvertretend für alle Europäer nahmen EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, EU-Kommissionschef José Manuel Barroso und der EU-Ratsvorsitzender Herman Van Rompuy die Medaille und Urkunde entgegen. Die Europäische Union bekommt den Friedensnobelpreis "für ihre stabilisierende Rolle bei der Verwandlung Europas von einem Kontinent der Kriege zu einem des Friedens". So hat die Jury ihre Entscheidung begründet. In Europa leben über 700 Millionen Menschen. Und obwohl die meisten von ihnen verschiedene Sprache sprechen und in unterschiedliche Kulturen aufwachsen, gehören sie doch irgendwie alle zusammen. Leider war das nicht immer so.
Die Geschichte der EU ist auch eine von Krieg und Leid
Jahrhunderte lang führten einzelnen Länder schreckliche Kriege gegeneinander, in denen es meist nur um eins ging: Besitz und Macht. Den Höhepunkt erreichten diese Machtkämpfe im Zweiten Weltkrieg, bei dem Millionen Menschen starben und viele Städte zerstört wurden. Weil viele Menschen so einen schrecklichen Krieg nicht noch einmal erleben wollten, überlegten sie, was man tun könnte, um das in Zukunft zu verhindern. Die beste Idee hatten Jean Monnet und Robert Schumann - zwei französische Politiker. Sie wollten herausbekommen, was man benötigt, um einen Krieg zu führen. Ihre Antwort: Eisen und Kohle. Zum einen braucht man die für die Herstellung von Waffen und Panzern und zum anderen um die Fabriken dafür und die Eisenbahnen mit Strom zu versorgen. Und sie überlegten sich, Kohle und Eisen aus allen Ländern Europas gemeinsam zu nutzen. Denn wer zusammen arbeitet, führt nicht gegeneinander Krieg, meinte Monnet und Schumann. 1950 stellte Schumann diese Idee bei einer großen Versammlung vor und anders als erwartet, fanden viele die Idee toll und gründeten ein Jahr später die EGKS, die europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl. Zu den Gründungsstaaten gehörten Frankreich, Deutschland, Belgien, die Niederlande, Italien und Luxemburg. Die Zusammenarbeit lief so gut, dass sich die sechs einen neuen Namen gaben und 1957 die EWG gründeten, die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft. Dadurch wurde die Wirtschaft angekurbelt: Es gab mehr Essen, mehr Geld und mehr Waren, die man kaufen konnte.
Andere Länder kamen dazu
Als andere europäische Länder das sahen, fragten sie, ob sie diesem Bündnis auch beitreten könnten. Kurz darauf waren auch Großbritannien und Dänemark mit dabei. Durch den Beitritt weiterer Länder, konnte sich die EWG nun auch um andere Aufgaben in Europa kümmern, wie zum Beispiel Umweltschutz oder Grenzpolitik. Früher waren die einzelnen Länder in Europa durch bewachte Grenzen von einander getrennt. Heute ist das anders, man merkt oft gar nicht, dass man in ein andere Land fährt. Im Laufe der Jahre veränderte sich so viel, dass sich aus der EWG 1992 die EU gründete, die Europäische Union.
27 Staaten = eine EU
Heute sind insgesamt 27 Staaten Teil dieser Gemeinschaft. Gemeinsam setzen sie sich für Frieden und Menschenrechte ein, aber auch viele Alltagsfragen, nicht nur in Europa sondern auf der ganzen Welt. Eruopa wächst auf vielen Ebenen zusammen, die Idee vom den Franzosen Monnet und Schumann ist also in Erfüllung gegangen.
Stand: 10.12.2012, 15:46 Uhr
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